Teil II · 9 / 17
Von den Dichtern
Selbstkritik und das Problem der Lüge
Zusammenfassung
In einer der autobiografischsten Reden kritisiert Zarathustra die Dichter — und damit sich selbst. Dichter lügen zu viel: Sie sprechen von Tiefen, die sie nicht kennen; sie nehmen ihre Metaphern für Wahrheiten. Zarathustra bekennt: Auch er ist ein Dichter.
Kernthesen
- Selbstkritik der poetischen Sprache als Erkenntnismittel
- Metapher und Wahrheit: was darf Dichtung behaupten?
- Der Übermensch als Ziel, das kein Dichter ganz erfassen kann
- Ehrlichkeit als höchste Tugend des Denkenden
Schlüsselzitate
Wir Dichter lügen zu viel.
— Nietzsche, Von den Dichtern
💡 Dozenten-Hinweis
Nietzsche's Poetik in nuce. Vgl. mit 'Über Wahrheit und Lüge im außermoralischen Sinne' (1873): Sprache ist immer Metapher — die Frage ist, ob man das weiß oder vergessen hat.